Anlässlich einer digitalen Vorstandssitzung der CDU Ludwigsburg diskutierte der Stadtverband die aktuelle Lage in der Corona-Pandemie

CDU-Vorstand zur Corona-Pandemie

Dabei forderte der CDU-Vorsitzende, Maik Stefan Braumann, eine nationale Strategie zur Bekämpfung der Pandemie mit ihren Begleit- und Folgeerscheinungen. Braumann weiter: „Zwar kommt uns im Laufe des Jahres der Impfstoff zu Hilfe, bis aber alle Mitbürgerinnen und Mitbürger durchgeimpft sein werden, wird noch viel kostbare Lebenszeit vergehen! Wir brauchen daher eine Strategie für die Zeit zwischen jetzt und dem Erreichen der Immunität der Bevölkerung!“

In diesem Zusammenhang müsse man auch erwähnen, so Braumann, dass – bei aller Freude über das Vorhandensein des Impfstoffs – die momentane Umsetzung besonders im Hinblick auf die Kreisimpfzentren und die Anmeldung zum Impfen verbesserungsbedürftig sei. „Ältere Menschen fühlen sich mit der Anmeldung über die Hotline oder über das Internetportal zum Teil überfordert. Warum wird dieser Personenkreis nicht per Post angeschrieben, wie beispielsweise in Bayern“, fragt Braumann.

In der Vorstandssitzung legte Vorstandsmitglied Dr. Oliver Lentz, selbst in der Pharmaindustrie tätig, die grundlegende Funktionsweise der verschiedenen Testverfahren zur Diagnose der Corona-Erkrankung dar und erläuterte die aktuelle Situation in den Krankenhäusern bezüglich der Auslastung der Intensivbetten. Auf der Grundlage seiner Präsentation erfolgte eine intensive Diskussion bei der digitalen Vorstandssitzung.

Die CDU-Kandidatin für die Landtagswahl im Wahlkreis Ludwigsburg, Prof. Dr. Andrea Wechsler, die sich ebenso in dem Online-Meeting befand, ging hier auch auf die Arbeitsweise der Behörden bis auf die Kreisebenen ein. Sie forderte eine Kraftanstrengung zu einer umfassenden Digitalisierung der Gesundheitsämter. Die Infektionskettenverfolgung müsse schneller digitalisiert und automatisiert werden, so Wechsler: „Angesichts der teilweise noch völlig unbekannten Spätfolgen des Virus‘ im menschlichen Körper sowie der umfassenden Effekte eines anhaltenden Lockdowns darf das digitale Pandemiemanagement keine Option sein, sondern ein Muss!"

Im Hinblick auf die Strategie zur Bekämpfung der Erkrankung meldete sich auch der stellvertretende Vorsitzende, Peter Schmid, zu Wort: „Es ist wichtig, den Menschen, die nun schon bald ein Jahr unter den Einschränkungen der Pandemie leben müssen, eine Perspektive zu geben, statt immer wieder Lockdowns und Ausgangsbeschränkungen zu verlängern!“ Dabei hob Schmid vor allem auf die ausschließliche Fixierung auf die Inzidenzzahl von 50 auf 100.000 Einwohner ab, die in der Herbst- und Wintersaison automatisch höher sei. Hier müsse eine flexible Bandbreite geschaffen werden und parallel der staatliche Gesundheitsdienst mit besseren Mitteln ausgestattet werden, um die Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten. Ähnliches gelte für die Ausstattung der Kliniken und hier insbesondere die personelle Situation sowie die „Corona-Warn-App“. Diese erfülle aufgrund der eingeschränkten Funktion infolge des überhöhten Datenschutzes ihren Zweck nicht ausreichend, so der stellvertretende CDU-Vorsitzende.

CDU-Vorsitzender Maik Stefan Braumann fasste die verschiedenen Diskussionsbeiträge zusammen und hob hervor, dass dies kein einfacher Meinungsaustausch sei. Es gäbe auch hier verschiedene Sichtweisen, je nach Lebenssituation: „Hätten nicht alle Institutionen für einen definierten Zeitraum schließen müssen? Sind die 7-Tage-Inzidenz-Werte wirklich aussagefähig? Sind die Quarantäne-Entscheidungen für positiv Getestete immer richtig? Warum haben noch nicht alle Labore den gleichen Standard bei der Analyse der Proben und bei der Kommunikation mit den Gesundheitsämtern? Warum gibt es beispielsweise keine nationale Kraftanstrengung, um das Berufsbild des Pflegepersonals zu verbessern? Es werden jetzt viele Milliarden Euro ausgegeben, aber den Kliniken fehlen schon seit Jahrzehnten das Personal und die Ausstattung!“

Bei aller Kritik, stellte Braumann jedoch fest, dürften und müssten alle Einzelmaßnahmen diskutiert werden, aber die Grundlinie müsse weiterverfolgt werden: die Bevölkerung zu schützen!